Jul 07 2011
Steuern sparen mit der Rürup Rente – wann lohnt sich der Abschluss wirklich?
Die private Altersvorsorge hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Viele Erwerbstätige, die bislang der gesetzlichen Rente vertraut haben, sind sich nicht mehr sicher, ob die Ansprüche im Alter den Bedarf tatsächlich decken können. Zu den beliebtesten Instrumenten der Alterssicherung gehören Riester- und Rürup-Rente. Letztere ist insbesondere aufgrund der steuerlichen Vorteile interessant.
Rürup-Rente: Steuern in der Ansparphase sparen
Mit der Rürup Rente hat der Gesetzgeber eine Basisversorgung für alle Personen geschaffen, die nicht von der gesetzlichen Rentenversicherung erfasst werden. Entsprechend der Einordnung in die 1. Säule der Alterssicherung ist die Rürup Rente restriktiv gehalten, was die Auszahlung des angesparten Kapitals betrifft. Dass die Rürup-Rente trotzdem angenommen wird, liegt an den steuerlichen Vorteilen.
Im Rahmen der Ansparphase können die Beiträge bis zu einer Höhe von 20.000 Euro einkommenssteuerlich geltend gemacht werden – allerdings zu 100 Prozent erst ab 2025. Bis dahin steigt der Prozentsatz jährlich und liegt 2011 bei 72 Prozent. Jeder Rürup-Sparer kann also bis 14.400 Euro steuerlich absetzen.
Im Gegenzug werden die Renten in der Auszahlungsphase besteuert. Auch hier gilt eine Übergangsfrist bis 2040. Erst dann unterliegen 100 Prozent der Steuer. Auf den ersten Blick ein Plusminus-Geschäft. Dennoch lohnt sich die Rürup-Rente – da im Alter der persönliche Steuersatz in der Regel niedriger ausfällt als während der Ansparphase.
Einfaches Beispiel: Bei einem zu versteuernden Einkommen von 45.000 Euro lag im vergangenen Jahr die Einkommenssteuerlast bei 10.870 Euro (Durchschnittsteuersatz: 24,16 %). Gemindert um die 14.000 Euro für die Rürup Rente hätte sich ein Einkommen von 31.000 Euro ergeben mit rund 5.900 Euro an Steuern (Durchschnittsteuersatz: 19,17 %). Berücksichtigt man hier, dass im Ruhestand das Einkommen auf 30.000 Euro sinkt, ist die Ersparnis erheblich.
Mehr dazu hier: http://www.finanzen.de/ruerup-rente.html
Rürup Rente – für Selbständige und Arbeitnehmer
Die Rürup Rente kann sich aus steuerlicher Sicht nach wie vor lohnen. Allerdings ist die Renditeentwicklung unter Experten umstritten. Der Zugang steht übrigens nicht nur Selbständigen oder Freiberuflern offen, auch Arbeitnehmer können damit einen Teil der Altersvorsorge abdecken. Hier wird der steuerlich relevante Betrag aber um die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gekürzt. Aus Sicht vieler Experten ist die Rürup-Rente für Angestellte zudem nur sinnvoll, wenn z. B. die Möglichkeiten der Riester-Rente ausgereizt sind.
Letztere ist der Rüruprente aufgrund der flexibleren Ausgestaltung vorzuziehen, da für das Kapital ein 30-prozentiges Wahlrecht für die Auszahlung besteht und der Riester-Sparer die Möglichkeit hat, Gelder aus dem Vertrag für eine selbstgenutzte Immobilie zu entnehmen. Übrigens: Selbständige können, falls sie mit einem zulagenberechtigten Ehepartner verheiratet sind, ebenfalls Zulagen für einen Riester-Vertrag in Anspruch nehmen.
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