Riester-Renten Verträge rückläufig

Die staatlich geförderte, private Altersvorsorge auch bekannt als Riester-Rente hat ihre besten Tage hinter sich. Zumindest aus der Sicht der Versicherung- und Finanzwirtschaft. Glaubt man den aktuellen Zahlen, so sind zuletzt nur noch Banksparpläne und Eigenheimrente wirklich gut beim geneigten Altersvorsorger angekommen. Rentenversicherungen und Fondssparpläne verloren dagegen im Vergleich zum Vorjahresquartal jeweils über 30.000 Kunden.

Riester-Rente ist zu teuer und zu schlecht verzinst

Das mag, wie es sueddeutsche.de veröffentlicht an den teilweise enormen Vertriebskosten der angebotenen Riester-Rente liegen, die je nach Anbieter bis zu 16 Prozent der tatsächlichen Sparsumme betragen kann. Eine Größenordnung die bereits in früheren Jahren durchaus nicht unüblich war, sich mittlerweile aber bis zu den Endkunden herumgesprochen hat und die Begeisterung für derartige Produkte ganz offensichtlich stark mindert.

Dass kann aber auch an einer gewissen Marktsättigung liegen, nach Schätzungen des Bundesarbeitsministeriums ist eine Kombination aus Marktsättigung und niedrigen Zinsen durchaus mit Schuld an den leicht rückläufigen Vorsorgeverträgen. So haben derzeit rund 15,7 Mio. Deutsche eine staatlich geförderte private Altersvorsorge abgeschlossen. Wie sich aus dieser Annahme die Zunahme des eher gering verzinsten Banksparplan ableiten lässt, wurde nicht weiter erläutert.

CDU/CSU fordert weiter die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige

Zahlen zur Entwicklung der Basis-Rente liegen nicht vor, da hier keine staatlichen Zuschüsse gezahlt werden und somit auch keine Statistik über die abgerufenen Förderungen erstellt werden kann. Das könnte sich aber nach der kommenden Bundestagswahl ändern, denn trotz erfolgreichem Protest von rund 80.000 Selbstständigen, hält die CDU/CSU an der Altersvorsorgepflicht für Selbstständige fest.

Weltverbrauchertag 2013

Verbraucherzentrale Hamburg stellt Riester-Rente in den Mittelpunkt

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat passend zum Weltverbrauchertag am heutigen 15. März 2013, mal wieder die Riester-Rente ins Visier genommen und eine klare Empfehlung für Riester-Banksparpläne ausgesprochen.

Anhand klar nachvollziehbarer Beispiele, rät die Verbraucherzentrale interessierten Riester-Sparern davon ab eine Riester-Rente als Rentenversicherung abzuschließen. Die Kosten für eine solche Versicherung seien in verschiedenen Fällen höher als die tatsächlichen Erlöse, so dass Kunden tatsächlich nur die (ist gesetzlich vorgeschriebenen) eingezahlten Beiträge als Guthaben ihrer Riester-Rente ausgewiesen bekommen und sonst nichts.

Riester-Banksparplan besser als Riester-Versicherung?

Ein solches Ergebnis ist nachvollziehbar ärgerlich für Kunden und für die Versicherungswirtschaft, die mit Sicherheit eher ungerne den eigenen Namen in einem solchen Beitrag finden möchte. Die Alternative Riester-Banksparplan könnte bei so manchem Kunden aber auch auf wenig Begeisterung stoßen, bei Zinssätzen von 0,5% p.a. wird das eingezahlte Sparvermögen auch dann kaum größer, wenn die Abschluss- und Verwaltungskosten eines solchen Riester-Sparplans deutlich geringer sind.
Lohnt sich eine Riester-Rente also gar nicht mehr? Doch. Denn wer nicht wenigstens versucht einen deutlichen Mehrwert aus staatlicher Förderung und einer Riester-Rente als wahlweise Banksparplan, Rentenversicherung oder fondsgebundener Rente zu erzielen, der hat sowieso verloren.

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