Jul 20 2009
Rente erst mit 69?
Eigentlich ist es eine gute Nachricht, die die Bundesbank zu der Empfehlung das Renteneintrittsalter auf 69 Jahre anzuheben veranlasst hat. Sie lautet: Wir werden immer älter und haben deshalb mehr von der Rente als frühere Generationen. Deshalb gerät das System in Schieflage und sollte entsprechend daraufhin angepasst werden, wenn es denn noch funktionieren soll. Eine EU-Arbeitsgruppe hatte die für die Berechnungen notwendigen Daten zusammengestellt und dieses – mit großer Wahrscheinlichkeit – wenig populäre Ergebnis daraus gezogen. Bevor die Diskussion um dieses Thema inmitten der parlamentarischen Sommerpause zu einem harten Schlagabtausch der Hinterbänkler mit allerlei schrillen Zwischentönen mutieren kann, bieten die Banker der Bundesbank auch gleich einen Lösungsansatz an.
Renteneintrittsalter nach Lebensarbeitszeit bemessen
Die Rentenhöhe und das Rentenalter sollen von der Lebensarbeitszeit abhängen. Wer also seinen „Arbeitssoll“ von z.B. 45 Jahren erfüllt hat, darf in Ruhestand. Hat für seinen Traumberuf neben Abitur und Ausbildung noch ein Studium absolviert und dadurch erst mit Anfang 30 zu arbeiten begonnen, muss er eben bis Mitte 70 arbeiten, will er die volle Rente ausbezahlt bekommen. Diese Überlegung klingt zwar ein bisschen bildungsfeindlich, ist aber wirklich näher an der – bezahlbaren - Realität als bislang.
Zu ernstes Thema für Wahlkampfgeplänkel
Ob und wie diese Diskussion vor der Bundestagswahl geführt werden sollte ist schwer zu sagen, zu heikel sind diese Themen, als das sie von Parteien jeglicher Richtung für populistische Zwecke verbraucht werden sollten. Eines aber scheint in jedem Fall klar, die private Altersvorsorge in Form von Riester-Rente oder Basis-Rente wird für jeden einzelnen Arbeitnehmer wie auch Selbstständigen von Jahr zu Jahr immer wichtiger werden.